Erster Brandenburger Freiheitspreis geht an das Menschenrechtszentrum Cottbus

Erster Brandenburger Freiheitspreis geht an das Menschenrechtszentrum Cottbus

Brandenburg an der Havel/Cottbus, 9. August 2016. Heute wurde in Cottbus der erste Preisträger des Brandenburger Freiheitspreises vorgestellt: das Menschenrechtszentrum Cottbus e.V. Dem 2007 gegründeten Verein gehören mehrheitlich ehemalige politische Gefangene des einstigen Zuchthauses an. Seit 2011 ist der Verein Eigentümer des gesamten Gefängnisareals und Betreiber der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus. Dies ist einmalig in der Gedenkstättenlandschaft in Deutschland. Es ist das besondere Anliegen der ehemaligen politischen Häftlinge, zu erinnern und zu mahnen. Besonders junge Menschen sollen durch die Auseinandersetzung mit dem früheren Unrecht für die Werte einer freiheitlich-demokratischen und rechtsstaatlichen Gesellschaft sensibilisiert werden. 

Der Preis wird am 11. Oktober 2016 um 17 Uhr im Rahmen eines Festaktes im Dom zu Brandenburg überreicht. Die Laudatio wird der Schirmherr des Preises, Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier, halten. Das Menschenrechtszentrum wurde aus zahlreichen Einreichungen von einer fünfköpfigen Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Huber ausgewählt. 

Prof. Dr. Wolfgang Huber, Dechant des Domstifts Brandenburg und Juryvorsitzender, sagte: „Die gemeinsame Initiative ehemaliger Häftlinge und engagierter Zeitgenossen überzeugt. Sie bildet die Grundlage für ein Projekt, das die Erinnerung an das Schicksal politischer Gefangener in der Zeit der DDR mit dem Einsatz für die Achtung und den Schutz von Menschen- und Bürgerrechten heute und morgen verbindet. Aus der Solidarität mit denen, die um der Freiheit willen hinter Gittern saßen, wächst Verantwortung für die Zukunft der Freiheit.“

Sylvia Wähling, geschäftsführende Vorsitzende vom Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.: „Wir fühlen uns sehr geehrt, die ersten Preisträger dieser Auszeichnung sein zu dürfen. Die Männer, die bis 1989 in Cottbus zu Unrecht inhaftiert gewesen sind, strebten nach Freiheit. Gerade vor dem Hintergrund aufkeimender nationalistischer Tendenzen wollen wir besonders jungen Menschen zeigen, wie schutzbedürftig die Demokratie ist. Nur durch lebendige Erinnerung können wir dazu beitragen, dass es nie wieder zu einer Diktatur in Deutschland kommt.“

Der Brandenburger Freiheitspreis wurde vom Domstift Brandenburg 2015 anlässlich des 850-jährigen Jubiläums des Brandenburger Doms ausgelobt. Er wird alle zwei Jahre an herausragende Personen oder Institutionen vergeben, die engagiert und vorbildlich in den Bereichen Kultur, Religion, Wirtschaft oder Politik zur Verwirklichung des Freiheitsgedankens beigetragen haben. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird durch die Deutsche Bank und die ZF Friedrichshafen finanziert. Die Jury besteht aus den folgenden Personen: Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Dr. Jakob Hein, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Prof. Dr. Christoph Möllers und Dr. Sigrid Nikutta. 

Weitere Informationen:
brandenburger-freiheitspreis.de
menschenrechtszentrum-cottbus.de

Über das Domstift Brandenburg:
Das Domstift Brandenburg ist die älteste Institution des Landes Brandenburg mit einer über 850 Jahre andauernden Tradition. Zu seinen Aufgaben gehören die Erhaltung und zeitgemäße Nutzung des umfangreichen historischen Gebäudeensembles aus Dom, Klausur, Kurien und Nebengebäuden. Mit seinen Konzertreihen, dem Archiv und Museum, den Gottesdiensten und den beiden Evangelischen Schulen zieht der Dom zu Brandenburg jährlich über 60.000 Besucher an. Im Jahr 2015 feierte das Domstift das 850-jährige Jubiläum der Grundsteinlegung des Doms. 
Weitere Informationen: dom-brandenburg.de