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Ball Group Modeunternehmen setzt auf Digitalisierung und schafft Handelsvertreter ab: Großer dänischer Bekleidungshersteller sammelt alle Bestellungen von Retailern auf Online-Plattform 

Billund, 11.12.2017. Fahrende Agenten, die halbjährlich Kleidergeschäfte besuchen und Proben der Kollektion für die kommende Saison präsentieren, sind lange ein fester Bestandteil der Modebranche gewesen. Dies scheint sich nun zu ändern. Das internationale Modeunternehmen Ball Group sammelt als eines der ersten in der Branche sämtliche Bestellungen auf einer B2B-Online-Plattform. Aktuell verkauft das Unternehmen seine Mode regelmäßig an mehr als hundert Retailer in Deutschland. Der Trend, der jetzt auf dem deutschen Markt Einzug hält, verbreitet sich direkt aus Dänemark, wo die Ball Group und ihre Plus-Size-Marke Zizzi ihren Hauptsitz haben.

Kuno Kildetoft Mehlsen, CEO der Ball Group erklärt dazu: „Die Zukunft der Branche ist digital. Alle sprechen darüber. Doch nur die wenigsten haben die nötige Infrastruktur, um den Weg zu Ende zu gehen: wir schon. Wir möchten daher jetzt als Erste die zukunftsweisende Entscheidung treffen, statt in fünf Jahren der Konkurrenz zu folgen. Die Kommunikation findet nunmehr vollständig auf unserer neu entwickelten Online-Plattform statt. Wir wollen den Kampf um Einzelhandel und Online gewinnen und sind davon überzeugt, dass unsere Strategie die richtige ist.“

Seit einer umfassenden Transformation im Jahr 2016 konzentriert sich die Ball Group zu 100 Prozent auf Plus-Size-Kleidung und die Marke Zizzi. Eine völlig neue Struktur wurde aufgebaut, Management und Strategie wurden angepasst. Dies hat das Unternehmen bereits jetzt einen großen Schritt nach vorn gebracht.

Vom Sofa aus Waren bestellen

Das Unternehmen wird nun mit der neuen Digitalisierungs-Strategie zu den ersten Unternehmen in Deutschland gehören, das auf vollständige Digitalisierung setzt. Obwohl die Digitalisierung auf Kosten der der fahrenden Vertreter geschieht, glaubt der Vertriebsleiter des Unternehmens, dass die Entwicklung vor allem Ladenbesitzern zu Gute kommt: „Die Einkäufer im Einzelhandel müssen nun zwar auf Besuche unserer Vertreter verzichten, bekommen dafür aber bessere Konditionen, schnellere Reaktionszeiten und die Möglichkeit, Waren zum Beispiel abends vom Sofa aus zu bestellen. Und nicht im laufenden Geschäftsbetrieb. Auf jeden Fall verschafft ihnen das eine zeitliche und lokale Unabhängigkeit. In der Zentrale stellen wir Kollektions-Pakete zusammen, die die Kunden bearbeiten oder einfach bestellen können. Vielleicht verlieren wir einzelne Kunden, aber wir rechnen im Gegenzug damit, dass die verbleibenden Kunden mehr kaufen oder wir neue Kunden hinzugewinnen“, sagt Rasmus Borges Olsen, so der Vertriebsleiter der Ball Group.

Das Management der Ball Group ist sich bewusst, dass sie mit der Abschaffung der Vertreter ein langjährig etabliertes, soziales Element aufgibt. Das Team ist jedoch davon überzeugt, dass alle Parteien mehr gewinnen als sie durch diese Entwicklung verlieren. „Ich möchte ausdrücklich betonen, dass es sich hier nicht um eine Sparmaßnahme handelt. Die Ressourcen der Vertreter werden in die Zentrale übertragen, wo wir durch digitale Lösungen einen noch besseren Service anbieten können. Gleichzeitig werden wir auf andere Weise für Nähe und Gemeinschaft sorgen. Unter anderem durch halbjährliche Modeshows für alle Geschäftskunden in Deutschland“, so Kuno Kildentoft Mehlsen.