Bio-Gärtnerhof geflutet: Berliner Wasserbetriebe legen Werkstatt für Menschen mit Behinderung lahm

Bio-Gärtnerhof geflutet:
Berliner Wasserbetriebe legen Werkstatt für Menschen mit Behinderung lahm


Berlin, 15.08.2018. Mosaik, einer der größten Träger zur beruflichen Rehabilitation in der Region, fordert die Berliner Wasserbetriebe (BWB) auf, der Ursache für die Überschwemmung und Verunreinigung einer ihrer Betriebsstätten, des Gärtnerhofs in Charlottenburg, auf den Grund zu gehen. Nur so könne einer erneuten Überflutung mit verunreinigtem Wasser vorgebeugt werden, so Mosaik-Geschäftsführer Frank Jeromin.

Der landwirtschaftliche Betrieb im Fürstenbrunner Weg war am 12. Juli 2018 in zwei Wellen mit Schmutzwasser überflutet worden. Während eines leichten Regens war im Laufe des Vormittags zweimal eine Fontäne aus einem Mischwasserkanal geschossen und hat den Gärtnerhof mit Abwasser überschwemmt. Der Schaden wird zurzeit auf über 250.000 € geschätzt.

Auf dem Gärtnerhof wurde bis vor kurzem Bio-Obst, Gemüse und Kräuter ökologisch angebaut. Jetzt sind die Nutzflächen sowie das Wirtschaftsgebäude samt Hofladen stark verunreinigt und nicht nutzbar. Teiche, Zisterne und Brunnen des Gärtnerhofs sind vermutlich kontaminiert. Obst, Gemüse und Kräuter müssen durch Verbrennung entsorgt werden. Mitarbeiter mit und ohne Behinderung, die auf dem Gelände tätig sind, wurden zum Schutz gegen Hepatitis-A geimpft.

Frank Jeromin wirft den Berliner Wasserbetrieben Untätigkeit vor und bemängelt, dass die Wasserbetriebe ihren Verkehrssicherungspflichten nicht nachkämen. Deshalb hat er jetzt einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Berliner Wasserbetriebe gestellt. Sie sollen Entwässerungskanäle und Abwasserdruckleitungen, die unter dem Grundstück laufen, so lange nicht nutzen, bis ein erneutes Fluten des Geländes ausgeschlossen werden kann.

Es spricht vieles dafür, dass der Unfall nicht mit Regen, sondern mit Bauarbeiten bzw. bewussten Entscheidungen der Berliner Wasserbetriebe zu tun hatte. Die Vermutung liegt nahe, dass bei Arbeiten an einer Baustelle in unmittelbarer Nähe ein Kanal geschlossen worden war und der Kanal unter dem Gärtnerhof als Notüberlauf gedient hat.

„Die Berliner Wasserbetriebe äußern sich nicht zu dem Vorfall und entziehen sich ihrer Verantwortung. Die Ursachenforschung wird bewusst verschleppt“, so Frank Jeromin, Geschäftsführer von Mosaik. „Es ist empörend, wie nachlässig die BWB mit der Betriebssicherheit umgeht. Wird das Gelände erneut geflutet, können wir hier dicht machen. Wir sitzen auf einem Pulverfass, das jeden Moment wieder hoch gehen kann. Alle 66 Arbeitsplätze unserer Werkstatt am Fürstenbrunner Weg sind akut gefährdet, da unter anderem das Biozertifikat für unsere Flächen auf Jahre in Frage gestellt ist.“

 
Über Mosaik
Seit über 50 Jahren begleitet und unterstützt der Mosaik-Unternehmensverbund Menschen mit Behinderung in ihrem Wunsch, aktiv am Arbeitsleben teilzuhaben sowie ihre Selbstständigkeit zu erhalten und zu fördern. Mit mehr als 2.000 Mitarbeitern zählt das Traditionsunternehmen zu den größten Arbeitgebern der Region Berlin-Brandenburg und ist auch unter den gemeinnützigen Trägern Deutschlands einer der größeren Anbieter. Neben den Mosaik-Werkstätten für Behinderte gGmbH und dem Ökohof in Kuhhorst gilt die Mosaik-Services GmbH als anerkanntes Ausbildungsunternehmen für junge Menschen mit und ohne Behinderungen. Darüber hinaus bietet der Verein „Das Mosaik e.V.“ nicht nur seinen eigenen behinderten Mitarbeitern ein selbstbestimmtes Leben in verschiedenen betreuten Wohnformen an.